Pressestimmen - Flanieren und gute Gespräche (Offenbach Post / 11.05.2010)


"Fahrgass‘ Classics" toller Erfolg


Dreieichenhain (es) - Erst sahen sie ganz finster aus - der Himmel und die Gesichter der Veranstalter der "Fahrgass‘ Classics". "Es regnet seit Stunden ununterbrochen", klagte Oliver Giehl, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Dreieichenhain.

Die Ausstellung historischer Fahrzeuge inmitten eines verkaufsoffenen Sonntags sollte zwischen 10 000 und 12 000 Besucher anlocken, doch vormittags sah es überhaupt nicht gut aus. Denn nicht nur die Flanierer blieben zunächst aus, auch die Götzenhainer Schlepperfreunde hatten abgesagt, selbst der Fahrzeugveteranenverein registrierte einen Ausfall nach dem andern. "Bei diesem Wetter ist es fast schon verständlich, dass die Leute ihre Autos nicht ausstellen wollen", sagte Franz Hofmann, frisch gebackener Vorsitzender des Fahrzeugveteranenvereins. Einzig die 45 Mitglieder der Werbegemeinschaft, die sich beteiligen wollten, waren allesamt anwesend. "Auch die fünf bis sechs, die mit Ständen vertreten sind", sagte Giehl.

Doch der Wettergott meinte es letztlich gut mit den Hainern, denn er ließ die Wolken weichen und die Sonne erstrahlen. Kaum war der trübe Himmel wieder blau, strömten Menschenmassen durch die Fahrgasse, und auch die Fahrzeuge - ob Traktoren, Motorräder oder historische Autos - bevölkerten die Hainer Einkaufsmeile. "Fahrgass‘ Classics" hatte sich zum fünften Mal als Publikumsmagnet schlechthin erwiesen.

"Nun können wir wirklich nicht mehr unzufrieden sein", freute sich Oliver Giehl. Und auch Franz Hofmanns Miene hellte sich auf: "Bis jetzt sind 24 der angekündigten 30 Autos da. Auch sehr viele der erwarteten Traktoren sind da". Und es sollten noch mehr werden.

Die Intention von "Fahrgass‘ Classics" sei es, so Oliver Giehl, Handel und Gastronomie Dreieichenhains zu präsentieren. "Und bei dieser Gelegenheit ergeben sich auch immer gute Gespräche über die Fahrgasse und die Veranstaltung", wusste er zu berichten. Die Werbegemeinschaft sieht das Ereignis als "Gelegenheit, sich mit den Menschen einmal in einem ganz anderen Umfeld zu unterhalten". Die "Fahrgass‘ Classics" sei eine Art Börse, um Kontakte zu pflegen und aufzubauen.

Trotz der Anlaufschwierigkeiten zeigten sich alle - Besucher, Aussteller und Geschäftsleute - durchaus zufrieden. Das Konzept von "Fahrgass Classics" war nämlich ein weiteres Mal voll aufgegangen. Giehl: "Wir wollen den Besuchern ja mehr bieten als geöffnete Geschäfte an einem Sonntagnachmittag". Denn dies allein sei noch kein Grund, in die Fahrgasse zu kommen. So war es denn wieder die nahezu einzigartige Mischung aus dem Flair der Fachwerkhäuser und der Oldtimer, die die Attraktivität von "Fahrgass‘ Classics" ausmachte.

"Wenn es keine Autos wären, dann vielleicht Mode oder Musik, auf jeden Fall bräuchten wir etwas, um die Veranstaltung zu garnieren. Aber die Zusammenarbeit mit den Schlepperfreunden und dem Fahrzeugveteranenverein läuft so hervorragend, dass wir darüber überhaupt nicht nachdenken", versicherte Giehl. Eines steht jetzt schon fest: "Im nächsten Jahr gibt es wieder eine Ausgabe von ‚Fahrgass‘ Classics‘."